Der Huf der Equidae (Pferdeartigen)

Auch wenn sowohl im Internet, als auch in Buchform, zahlreiche Ausführungen zu diesem Thema existieren, möchte ich dennoch dem interessierten Besucher meiner Webseite einige Informationen als Überblick bzw. Einführung in die Thematik an die Hand geben.

 

Allgemein

Der Huf ist ein Gebilde der Haut. Er besteht unter anderem aus Horn, also aus abgestorbenen Oberhautzellen, welche mit Keratin gefüllt sind. Es ist das gleiche Material, aus dem zum Beispiel auch unsere Haare, Finger- und Zehennägel bestehen.

Der Huf ist somit anatomisch gesehen vergleichbar mit dem Finger- bzw. Zehennagel beim Menschen. Das bedeutet im Umkehrschluss aber auch, dass wie wir regelmäßig unsere Nägel pflegen müssen, so müssen auch die Hufe der Pferde regelmäßig fachkundig kontrolliert und gepflegt werden, damit sie gesund bleiben und ihre Aufgabe erfüllen können. Ein gesunder Huf ist ein maßgebender Aspekt der Gesamtgesundheit des Tieres.

 

Aufgaben

Der Huf…
… trägt nahezu ohne Pause das komplette Gewicht des Pferdes.
… schützt die Gelenke, indem er hochdämpfend und stoßbrechend ist.
… isoliert beispielhaft gegen Kälte und Wärme.
… ist zeitgleich extrem stabil und hochflexibel.
… wächst zeitlebens nach, d.h. das Horn erneuert sich.

 

Aufbau

Wie bereits oben erwähnt ist der Huf ein Gebilde der Haut und wir können somit auch eine grobe Aufteilung in Unterhaut (Subkutis), Lederhaut (Dermis) und Oberhaut (Epidermis) vornehmen.
Die Unterhaut ist allerdings nur im Bereich des Polsters ausgebildet.

Folgende Polster (Unterhaut) können unterschieden werden:

Zwischen den beiden Hufknorpeln befindet sich das sogenannte Strahlpolster, woran das Ballenpolster nach oben hinten anschließt. Im Bereich des Kronrandes unterhalb der Lederhaut gelegen finden wir noch das Kronpolster.

Die Lederhaut verbindet das Hufbein mit der Hufkapsel und ist auch für die Bildung des Horns der Hufkapsel verantwortlich. Die Abschnitte bzw. Bereiche der Lederhautanteile werden nach ihrer Funktion unterschieden und heißen:
Saum- , Kron-, Wand- , Sohlen-, Strahl- und Ballenlederhaut

Der von außen sichtbare Teil des Hufes, also die Hufkapsel besteht aus der Hufwand, der Sohle (Harthorn) und dem Strahl (Weichhorn). Sie umschließt die folgenden Knochen:
Das Hufbein (Os ungulare), das Strahlbein (Os sesamoideum distale) und den nicht sichtbaren, unteren Teil des Kronbeins (Os coronale). Nach oben hin geht die Hufkapsel in die behaarte Haut über.

Die Hufwand kann in folgende Abschnitte unterteilt werden:
Die Zehenwand (vorderer Bereich), beidseitige Seitenwände (seitlich zwischen Zehen- und Trachtenwand) und der beidseitigen Trachtenwände (seitlich hinten, an die jeweilige Seitenwand anschließend).

Als Weiße Linie (Zona Alba) wird die bodenseitige Grenzschicht zwischen Tragrand (Hufwand) und Sohlenbereich benannt. Allerdings ist diese nicht wie der Name vermutet lässt weiß, sondern viel mehr gelblich bis elfenbeinfarbig. Sie ist ein Indikator für diverse Huferkrankungen.

 

Besonderheit beim Fohlen

Eine Besonderheit stellt der Fohlenhuf in den ersten Tagen dar. Als Schutz vor Verletzungen im Mutterleib verfügt der Fohlenhuf über eine spezielle Schutzhaut über der Sohle. Diese verhärtet und läuft sich in den ersten Tagen ab.